



„Ich finde es klasse, dass wir hier an solchen Maschinen arbeiten können“, sagt Philipp Schimke, Schüler an der Gewerblichen Schule Künzelsau. Mit zwei hochmodernen CNC-Fräsmaschinen hat der Hohenlohekreis die technische Ausstattung der Schule deutlich gestärkt. Die Investition ermöglicht praxisnahen Unterricht auf aktuellem Industriestandard – und sichert zugleich die Zukunft der renommierten Meisterschule der Einrichtung.
Die beiden Maschinen wurden im Jahr 2024 geliefert. Dabei handelt es sich zum einen um eine DMU 40 – eine 5-Achs CNC-Fräsmaschine mit einem Investitionsvolumen von rund 250.000 Euro. Ergänzt wird sie durch eine CMX 600 – eine 3-Achs CNC-Fräsmaschine, die etwa 170.000 Euro gekostet hat. Beide Anlagen werden vor allem im Metallbereich eingesetzt und ermöglichen eine Ausbildung, die sich an den Anforderungen moderner Industriebetriebe orientiert.
Besonders wichtig sind die neuen Maschinen für die Meisterschule der Gewerblichen Schule Künzelsau, die seit Jahren einen ausgezeichneten Ruf genießt. „Wir können so den Fortbestand der Meisterschule garantieren“, betont der zuständige Technische Lehrer Thomas Mögerle, der viel Zeit aufgewendet hat, um den Schülern den Umgang mit den Maschinen gut erklären zu können. Ziel sei es, technische Innovationen möglichst schnell in den Unterricht zu integrieren und damit den Schülerinnen und Schülern eine hochwertige Ausbildung zu ermöglichen.
Schulleiter Oberstudiendirektor Moritz Keller sieht in der Investition einen entscheidenden Schritt für die Schule. „Mit diesen Maschinen können wir Unterricht auf modernstem Niveau anbieten. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen an Anlagen, wie sie auch in der Industrie eingesetzt werden. Dafür sind wir dem Landkreis sehr dankbar“, sagt Keller. Die Ausstattung ermögliche eine praxisnahe Ausbildung, von der sowohl die Jugendlichen als auch die regionale Wirtschaft profitierten.
Zum Einsatz kommen die Maschinen in verschiedenen Bildungsgängen der Schule. Neben der Meisterschule arbeiten auch Auszubildende im Bereich der Industrie- und Werkzeugmechanik damit. Darüber hinaus werden sie projektorientiert in der zweijährigen Berufsfachschule, im Technischen Gymnasium sowie im zweijährigen Berufskolleg eingesetzt. So profitieren zahlreiche Schülerinnen und Schüler von der modernen Technik.
Wie praxisnah der Unterricht gestaltet ist, zeigt ein aktuelles Projekt im zweiten Jahr des Berufskollegs. Die Schüler entwickeln dabei ein Geschicklichkeitsspiel aus Aluminium. Zunächst entsteht eine Bleistiftskizze, anschließend wird daraus am Computer eine CAD-Konstruktion der Baugruppe entwickelt und die einzelnen Bauteile am PC programmiert und simuliert. Schließlich werden an den CNC-Maschinen die Werkzeuge und Rohmaterialien gerüstet. Ziel ist es, die Einzelteile möglichst wirtschaftlich und ohne Nacharbeit von Hand auf den Maschinen zu fertigen.
Die Arbeit erfolgt in kleinen Gruppen: Während einige Schüler an den Rechnern programmieren, stehen andere an den Maschinen und beobachten, wie ihre digitalen Entwürfe Schritt für Schritt Wirklichkeit werden.
Philipp Schimke findet diesen Ansatz besonders motivierend: „Es ist einfach cool, etwas Praktisches zu machen und nicht nur Theorie zu lernen.“ Sein Klassenkamerad Jeremie Windisch schätzt die kreative Freiheit: „Man kann das Spielfeld selbst gestalten und eigene Ideen umsetzen.“
Für Sotirios Ntinos bietet das Projekt sogar einen Blick für mögliche berufliche Perspektiven: „Man lernt einen großen Berufszweig kennen und arbeitet mit Programmen, die später im Beruf wichtig sein können.“ Und sein Mitschüler Lukas Pawletta ergänzt: „Es macht wirklich Spaß, mit solchen Maschinen zu arbeiten.“
Techniklehrer Thomas Mögerle beobachtet dabei eine hohe Motivation der Jugendlichen. Gerade die Verbindung aus Theorie, Konstruktion und praktischer Umsetzung führe zu besonders nachhaltigen Lernerfolgen. „Das Programmieren der Maschinen lernt man nicht aus dem Lehrbuch. Man versteht es am besten, wenn man damit ein echtes Werkstück herstellt“, erklärt er.
Auch die Ergebnisse sprechen für sich: Bei der letzten Meisterprüfung im Sommer 2025 bestanden alle 21 Prüflinge, einige sogar mit sehr guten Ergebnissen. Für die Gewerbliche Schule Künzelsau ist das ein Beleg dafür, dass moderne Ausstattung und engagierter Unterricht hervorragend zusammenwirken.
Mit den neuen CNC-Fräsmaschinen verfügt die Schule nun über eine technische Infrastruktur, die den Anforderungen moderner Ausbildung gerecht wird. Zugleich zeigt das Projekt, wie wichtig die Unterstützung des Landkreises für eine zukunftsorientierte berufliche Bildung ist – zum Vorteil der Schülerinnen und Schüler ebenso wie der regionalen Wirtschaft.
Autor: Dr. Georg Müller