Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch die professionelle Enteisung

By | Mai 3, 2018

Kevin Erdmann und Lauritz Abel vom Technischen Gymnasium starten mit ihrer Idee voll durch

Die Abiturienten Kevin Erdmann und Lauritz Abel aus der TGTM13 haben beim Landeswettbewerb Mitte März 2018 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart den ersten Platz bei Jugend forscht erhalten. Im Mai werden sie dann am Bundeswettbewerb in Darmstatt teilnehmen.

Im Interview berichten sie von ihrem Projekt, dessen Entstehung, der Arbeit daran, ihren Zukunftsvorstellungen, sowie ihrer beruflichen Zukunft.

Glückwunsch zur erfolgreichen Teilnahme und dem ersten Platz in Stuttgart. Wie fühlt ihr euch als Sieger des Landeswettbewerbs von Jugend forscht?

Unser Ziel war es eigentlich nicht zu gewinnen, daher waren wir auch wirklich überrascht. Der zweite Gedanke war dann: „Jetzt müssen wir noch mehr machen!“ (lachen)

Nein, wir sind natürlich sehr stolz, dass wir den ersten Platz gemacht haben. Viele haben anfänglich auch nicht an unser Projekt geglaubt und jetzt haben wir alle vom Gegenteil überzeugt.

Könnt ihr euer Projekt kurz beschreiben?

Wir haben ein Gemisch erstellt, das man auf LKW Planen auftragen kann. Es ermöglicht LKW Planen leicht zu enteisen um zu verhindern, dass Eisplatten im Verkehr von den LKWs fallen und den Straßenverkehr gefährden. Das ist nicht so einfach, denn es ist wichtig, dass eine LKW Plane nach der Behandlung durch unser Mittel immer noch lichtdurchlässig ist, sie nicht zu schwer wird und die Plane kostengünstig bleibt. Zudem muss die Plane flexibel sein.

Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?

Wir saßen an Silvester zusammen und der Chef der Firma Rüdinger aus Krautheim, und seine Frau waren auch da. Wir haben uns gefragt, wie lange eine Eisplatte von einem LKW wohl braucht,

um in eine Frontscheibe eines PKWs zu knallen. Es war also im wahrsten Sinne des Wortes eine „Schnapsidee“ (lachen). Ich (Lauritz) war dann mit meiner Mutter am Tag der offenen Tür an der Schule und als wir die Projekte von Jugend forscht angesehen haben, kamen wir mit Herrn Schneider ins Gespräch und so entstand die Idee für den Seminarkurs sowie die Teilnahme am Wettbewerb.

Wie lange habt ihr an dem Projekt gearbeitet und wie lief die Arbeit ab?

Wir haben uns jeden Montag über ein Jahr für mindestens drei Schulstunden mit Herrn Schneider im Schüler- Forschungs- und Technikzentrum (SFT) der Schule getroffen und in unserer Freizeit auch noch sehr viel Zeit investiert. Wir rechnen mit insgesamt 500 Stunden pro Person. 1,5 Tage haben wir auch bei der Spedition Rüdinger verbracht, da wir einen 7 Tonner komplett mit unserem Mittel eingesprüht haben (Pause) und die schriftliche Ausarbeitung hat natürlich auch einiges an Zeit gekostet.

Unser Gemisch ist jetzt im Originalzustand hart und schmierig wie Hautcreme aber wenn man es erhitzt und bei über 100°C durch einen Durchlauferhitzer mit einer Lackierpistole auf die Plane spritzt, entsteht eine saubere glatte Oberfläche. Diese erfüllt dann alle Kriterien und man kann entstandene Eisplatten einfach von dem LKW schieben, bevor man losfährt.

Wie seht ihr eure Chancen bei der Teilnahme beim Bundeswettbewerb in Darmstadt im Mai und wie bereitet ihr euch darauf vor?

Wir können unsere Chancen nicht einschätzen und es wäre natürlich interessant, die Teilnehmerliste sehen zu können. Wenn es ähnliche Projekte gibt wie bei dem Landeswettbewerb sind, ist eine Platzierung gut möglich. Themen, die sich mit Sicherheit oder Umweltschutz beschäftigen kommen immer gut an und unser Thema passt da ja ganz gut rein.

Wie sieht denn eure persönliche Zukunft aus?

(Kevin) Wir haben beide schon einen Studienplatz. Ich werde Maschinenbau in Stuttgart studieren.

(Lauritz) Ich werde hierbleiben und Automatisierungstechnik in Künzelsau studieren. Ich wurde bei Jugend forscht gefragt, ob ich interessiert bin und einen Tag nach dem Bewerbungsgespräch lag die Zusage schon auf dem Tisch.

Wir sind im Moment auch im Gespräch mit der Firma Rüdinger und überlegen gemeinsam, wie

man unser Mittel in Waschstraßen einsetzen könnte.

Wir wünschen Kevin und Lauritz viel Erfolg beim Bundeswettbewerb in Darmstadt und sind uns

sicher, dass sie auch dort punkten werden.

(Interview Ina Herrmann)

 

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